Diese Newcomer wollen an die Spitze der Download-Charts

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„Du musst das Rad nicht neu erfinden!“. Das nehmen sich aktuell viele App-Entwickler:innen und Influencer:innen zu Herzen und bringen ihre eigenen Social Media-Apps auf den Markt. Zwei dieser Apps möchten wir euch heute vorstellen.

HYPED – Die neue Social Media-App der Top-Streamer 

Mit der App Hyped bringen Rewinside, UnsypatischTV und Trymacs ihre erste eigene App auf den Markt. Nach sechs Monaten Entwicklungszeit ist die App im Google Play Store und dem App Store erhältlich. Das Prinzip: Eine Mischung aus Spiel und Social Media Plattform. Aber worum geht’s konkret?  
Nutzer haben 500 Zeichen Platz, um ihre ganz persönliche Beichte mit anderen Usern zu teilen. Diese bewerten den eigenen Beitrag dann mit den Kategorien „FAKE“, „TRUE“ und „HYPED“.  

Unser Fazit: Die App rief bei der Community eher Enttäuschung hervor. Im App-Store kommt sie gerade mal auf 2,9 von 5 Sternen. Im Play-Store sieht es sogar noch düsterer aus: dort sind nur magere 1,7 von 5 Sternen drin. Es ist die Rede von einem schlechten Konzept, Serverproblemen und vielen Fehlern. Das Konzept rund um Beichten hat zwar viel Potenzial, scheitert aktuell aber noch an der Umsetzung. Fake-Beichten, ein nicht funktionierendes Bewertungssystem und fehlende Moderation nehmen den Spaß an der App. 

POPARAZZI – Bye Bye Selfiekultur? 

„The Anti Selfie Selfie Club“. Mit diesen Worten stellt sich die App Poparazzi vor. Die Entwickler:innen wollen mit ihrer Anwendung gegen Perfektion und Selfie-Kult auf Social Media ankämpfen. Kein Wunder also, dass Poparazzi Abstand zu Instagram sucht und eng mit Snapchat zusammenarbeitet. User:innen können zwischen ihren Accounts auf den beiden Apps switchen und so mehr „Pops“ (so werden die Schnappschüsse der Freunde auf dem eigenen Profil genannt) ansammeln.  
 
Unser Fazit: Die Idee, den Spieß umzudrehen, ist ein guter Gedanke. Allerdings sollte das eigene Recht am Bild nicht ignoriert werden. Solltest du keinen privaten Account haben, kann jeder auch ohne deine vorherige Einwilligung Bilder von dir auf deinem Account posten. Sonja Wezel von der Verbraucherzentrale kritisiert in einem Video folgende Punkte: 

  • Nutzer finden im App-Store keine Informationen zu Poparazzi in ihrer Muttersprache. 
  • Die App kann nur mit Freigabe des Kontaktbuches funktionieren, das ist nach DSGVO-Standards mehr als problematisch. 
  • Betroffene Kontakte werden nicht über die Weitergabe ihrer Nummer informiert.

 
Aktuell schießen mehr Social Media-Apps denn je aus dem Boden. Bei den meisten Newcomern lässt sich allerdings ein klares Muster erkennen: Der anfängliche Hype schwächt schnell wieder ab und die Anwendungen verschwinden im Kosmos der App-Stores. Sehr gut sieht man das beispielsweise an den Userzahlen von Trend-Apps wie Clubhouse oder Poparazzi.

Der aktuelle Entwicklergeist kleiner junger Start-ups kann eine wichtige Ergänzung zu den Big Playern wie Google und Facebook darstellen. Dadurch entsteht ein Raum neuer Social Media-Innovationen. Die Entwicklungen der letzten Monate zeigen: Die langfristige Positionierung als ernstzunehmende Konkurrenz ist schwierig – aber nicht unmöglich.

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